Collection: Crede Family Papers
Author: Heinrich Carl Crede
Recipient: Hermann Carl Crede
Description: Letter from Heinrich Carl Crede to his son, Hermann Crede, October 17, 1875.
Original text
[roman:] Cassel [/roman] am [roman] 17t. October 1875. [/roman]
Mein lieber [roman:] Hermann [/roman] !
Wenn gleich das versprochene ausführliche Schreiben nicht eintraf, so waren wir doch nicht minder erfreut Deinen lieben Brief vom [roman:] 23t. August c. [/roman] / am [roman:] 17t. v. M. [/roman] / zu erhalten u. Eurer Aller Wohlsein daraus zu ersehen u. hoffen wir, daß Du uns hiernächst recht umfassende Mittheilungen machen wirst, u. namentlich wie es mit Eurer Gesundheit steht, da uns Deine Vermuthung, daß Ihr in diesem Herbste nicht vom Fieber verschont bleiben würdet, beunruhigt. Bei uns geht es jetzt gut, wir sind Alle wohlauf, auch hat sich Deine Mutter von ihrer Krankheit wieder recht erholt u. ist munter u. vergnügt, nur wäre zu wünschen, daß sie ihrer Thätigkeit [underline:] engere [/underline] Schranken
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Schranken setzte u. mehr der wohlverdiente Ruhe pflegte, wozu sie aber nicht zu bewegen ist, trotz dem sie am [roman:] 31. Decbr. c 61 [/roman] Jahre alt wird.- Ueber mein hiernächstiges Dienstverhältniß kann ich Dir auch jetzt noch keine bestimmte Mittheilung machen, nur so viel steht fest, daß die K. Generalverwaltung mit der K. Regierung am [roman:] 1. Janr. k. J [/roman] vereinigt wird, ob aber die Beamten mit übergehen, ist noch zweifelhaft, indeß sagte mir vor Kurzem unser Präsident, daß ihm der OberPräsident für Hessen-Nassau mitgetheilt habe, daß ich meinen gegenwärtigen Wirkungskreis behalten u. seither auf die K. Regierung übergehen würde, dies wäre mir eintretenden Falls ganz angenehm, da ich mich gegenwärtig noch so rüstig fühle, um noch einige Jahre - wenn
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- wenn ich gesund bleibe - dienen zu können; außerdem würde dies den Vortheil für mich haben, da ich alsdenn einer der ältesten RegierungsSecretaire sein würde u. man mir dann die 1. GehaltsKlasse nicht verweigern könnte auch würde ich in diesem Falle ein jährliches Einkommen von [strikethrough:] 1400 rt. [/strikethrough] 1350 rt. erlangen und somit eine höhere Pension, als unter den gegenwärtigen Verhältnissen zu erwarten habe. Es mag nun kommen, wie es will, so haben wir uns keine Sorge zu machen, wir werden immerhin so viel haben, daß wir in unser gewohnten Weise fortleben können, obgleich uns [roman:] Theresen's [/roman] Aussteuer zu ihrer Heirath im kommenden Frühjahr ein gutes Stück Geld kosten wird, was wir indeß mit Freuden geben, da wir hoffen dürfen, daß sie sich demnächst in ihren neuen Verhältnissen
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glücklich fühlen wird, da sie ihre Wahl ganz nach ihrem Herzen getroffen hat u ein seelengutes vernünftiges Mädchen ist. Wir Alle werden sie demnächst recht schmerzlich vermissen, doch können wir ja selbstverständlich nicht von ihr verlangen [insertion:] daß sie [/insertion], ihren Wünschen in deren Erfüllung sie ihr Glück sieht zu entsagen soll um bei uns zu bleiben. Es ist recht hart für uns, daß wir uns von allen unseren Kindern bis auf [roman:] Adelheid [/roman] haben trennen müssen. Hoffentlich kommst Du im künftigen Jahre, es wird dies für uns die größte Freude sein, die wir noch zu erleben haben!_ Hast Du [roman:] Wilhelm [/roman] besucht? Vor einiger Zeit hatten wir Nachricht von ihm _ wonach Alle wohl auf waren.- Uebrigens habe ich Dir nichts Erhebliches Neues mitzutheilen u. hoffe bald wieder von Euch zu hören. Euch Allen herzliche Grüße von Deinem treuen Vater.
Für die überschickten Zeitungen beste Dank!
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