Collection: Crede Family Papers
Author: August Versen
Recipient: Margarete Versen (Schröder Classen)
Description: Letter from August Versen to his aunt, Margarete Classen, May 6, 1857.
Original text
[roman:] Marine 6t May 1857. [/roman]
Meine liebe Tante!
So eben habe ich an den Onkel in [roman:] Marienmünster [/roman] geschrieben und will nun da ich einmal die Feder in der Hand habe auch schnell einige Worte an Dich schreiben. Glaube ja nicht, daß wir Euch vergessen haben, im Gegentheil wir sprechen sehr häufig von Euch und meine Frau wünscht nichts mehr als daß Du hier bei uns wärst, wo Du es besser haben würdest als dort, aber ich hoffe daß Ihr noch alles so wohl habt, wie wir. Unsere 3 Jungen [?] wachsen wie Wasser [?] und machen uns viel Freude. Ich habe diesen Winter noch 40 Acker Land gekauft für 1000 [roman:] Dollar [/roman]. Der strenge Winter oder viel mehr das schlechte Frühjahr hat hier viel Schaden angerichtet. Viel Vieh ist krepirt vor Kälte und Hunger, auch ich habe 1 Kuh und 1 Rind verloren. Ich hatte noch [insertion:] 60 [/insertion] Land geerntet, hatte 60 Acker Weitzen ausgesät, wovon ich aber 26 Acker reich umgepflügt habe. Diesen Frühjahr habe ich 10 Acker Gerste und Frühjahr Weitzen gesät, welcher ausgezeichnet steht. Außerdem habe ich 10 Acker Gerste gesät und 10 Acker Korn gepflügt. Im Grunde pflüge ich 45 Acker [roman:] Corn [/roman]. Was machen denn die Vettern, sind sie bei Euch [strikethrough] oder nicht, was macht der Karl, hat er ein Geschäft erlernt oder was treibt er. Der Onkel [roman:] Derenthal [/roman], welcher wie Du glaube ich weißt nicht mehr in [roman:] Coebbecke [/roman], sondern in [roman:] Marienmünster [/roman], er ist dort zufriedener als er im [roman:] Cörbbecke [/roman]
gewesen; [roman:] Hermann [/roman] wohnt in [roman:] Corbecke [/roman], er hat im vorigen Jahre auf [illegible] fast die ganze Ernte verloren, aber ein [?] Püchter [?] der einen solchen [roman:] Principal [/roman] hat, verderbt nicht. Ich habe schon immer den Plan gehabt, Euch mal zu besuchen aber es fehlt mir an Zeit, es giebt immer so viel zu thun, daß man nicht weiß, welches zuerst und was zuletzt. Die Pfirsichbäume stehen jüngst in der schönsten Blüthe, welches auch bei Euch der Fall sein wird, auch die Kirschenbäume. Aepfel wird es hier glaube ich nicht so viel geben als im verflossenen Jahre. Wir sind hier recht zufrieden. Unser Land ist gut, wir riechen Duft am Walde, welcher viel im Hinsicht auf [illegible] nicht wehrt, haben gesunde Kinder und unser gutes Land bekommen. Ich bin vielleicht zufriedener wie manch meiner Geschwister in Deutschland, doch ich wünsche ihnen alles alles Gute, was der Himmel bescheren kann. Nun liebe Tante, leb recht wohl grüß den alten Onkel und die Vettern vergiß nicht bald wieder zu schrieben und behalte in guten Gedanken Dein treu Neffe
[roman:] Albrey [/roman]
Viele Grüße von meiner Frau.
Letter metadata


